Erweitertes Mood Tracking
Eine evidenzbasierte Methode zur Stärkung der emotionalen Selbstwahrnehmung und Diagnostikunterstützung.
Wie funktioniert es?
Über ein intuitives Interface protokollieren Nutzer:innen täglich ihre Stimmung, Schlafdauer und relevante Begleitumstände. Der 'Daily Pulse' passt sich dabei automatisch an die jeweilige psychische Störung an – ob Depression, Bipolare Störung, PTBS oder generelle Emotionsregulation. Als Grundlage dienen validierte Fragebögen aus der therapeutischen Praxis, die auf das Nötigste konsolidiert wurden, sodass ein Eintrag nicht länger als ca. 1 Minute pro Tag dauert. Nicht alle Felder sind Pflicht – jede:r füllt nur das aus, was gerade relevant ist.
„Durch das Tracking erkennt eine Nutzerin, dass ihre Stimmungstiefs systematisch mit Schlafmangel korrelieren.“
Wissenschaftlicher Hintergrund
Kontinuierliches Tracking fördert die 'emotionale Granularität' – die Fähigkeit, statt vager Begriffe (wie 'schlecht') hochpräzise emotionale Zustände zu benennen. Dieser Prozess aktiviert nachweislich den präfrontalen Kortex und dämpft gleichzeitig die Amygdala (das Alarmzentrum des Gehirns). Dadurch werden unkontrollierbare Gefühlscluster entflochten: Wer erkennt, dass er nicht global 'depressiv', sondern spezifisch 'erschöpft und enttäuscht' ist, senkt die empfundene Stressintensität spürbar und öffnet den Weg für gezielte Bewältigungsstrategien.
Therapeutischer Nutzen
Systematische Reviews zeigen, dass Mood-Monitoring in Kombination mit therapeutischer Begleitung ('Distant Support') eine hohe Wirksamkeit bei der Reduktion von Depressionswerten aufweist.
Wissenschaftliche Quellen
Efficacy of mobile applications in treating depression: systematic review and meta-analysis.Araib et al., 2026 (BJPsych Bulletin)
Diese Meta-Analyse aus 2026 untersuchte 17 randomisierte kontrollierte Studien (n=2.821) und belegt, dass mobile Apps depressive Symptome signifikant reduzieren (SMD = –0,46). Die Wirksamkeit wurde sowohl bei Jugendlichen als auch bei Erwachsenen bestätigt.
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